Juan Bustillos zeigt seine Holzkunstwerke. Foto: Ernst Mettlach

Fische aus dem Greimerather Wald

Juan Bustillos aus Santa Cruz und sein Beitrag zum Bistumsfest

Von Christel Krein

Die moderne Kunst ist ein bisher wenig beachteter Aspekt der Vielfalt Boliviens. Die bolivianische Kulturwoche, die im Rahmen der Heilig-Rock-Tage zum Bolivien-Partnerschaftsjubiläum veranstaltet wird, ermöglicht mit verschiedenen Angeboten einen umfassenden Einblick in die Arbeit zeitgenössischer Künstler Boliviens.

Holz aus dem Hochwald

Einer von ihnen ist Juan Bustillos, ein Bildhauer aus Santa Cruz. Er hatte die Einladung des Bistums Trier angenommen und sich auf das Experiment eingelassen, während der diesjährigen Heilig-Rock-Tage Kunstwerke aus heimischen Hölzern zu gestalten.

Zwei mächtige Eichenstämme hatte sich der 51-jährige Künstler im Greimerather Wald im Hochwald ausgesucht für seine Arbeit. In seinem improvisierten Werkstatt-Zelt auf dem Domfreihof hat er in den vergangenen Tagen zwei beachtliche Skulpturen geschaffen. „Im Wald habe ich aus vielen Baumstämmen genau diese zwei ausgesucht, weil sie mir von Form und Größe gleich eine Idee und einen Impuls für meine Arbeit gegeben haben“, erklärt Juan.

So wurde aus einem Stamm eine Fischfamilie. „Der Fisch als christliches Symbol ist nur ein Aspekt der Skulptur. Der Körper und der Kopf können auch an ein Flugzeug erinnern, das die Menschen über die Kontinente verbindet aber auch trennt“, erläutert er seine Ideen. Das Problem der Migration steckt darin, die viele bolivianische Familien zerreißt, da Elternteile oftmals nach Europa, vornehmlich Spanien, gehen um dort zu arbeiten und den wirtschaftlichen Unterhalt für die in Bolivien zurück gebliebene Familie zu sichern. Dies sei ein großes Problem in der bolivianischen Gesellschaft. Das zweite Werk ist ein hoher Thron, der Macht und Einfluss symbolisiert: für den normalen Menschen unerreichbar.

„Ein wichtiges Anliegen meiner Arbeit ist es die Menschen zur Kunst hinzuführen. Sie sollen Freude beim Betrachten haben und ihre eigenen Interpretationen entwickeln. Das gilt für meine Werke hier genauso wie in Bolivien“, erklärt er. Auch die Förderung der Kunstszene in Bolivien, die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern sei ihm wichtig.

Die Kunst ist die Sprache

In Künstlerwerkstätten in Santa Cruz, La Paz und in Japan hatte er das Gestalten mit Holz, Steinen, und Bronze erlernt. Seit 27 Jahren führt er in Santa Cruz die Galerie „Buho Blanco“ (weiße Eule) in seinem privaten Wohnhaus und Garten, wo sich auch seine Werkstatt befindet. Durch zahlreiche Ausstellungen seiner Skulpturen in Südamerika, Österreich und Japan hat er in der Fachwelt große Beachtung gefunden.

Juan spricht kein Deutsch, dennoch zog er viele Besucher in seine Zelt-Werkstatt, die ihn und seine Kunst ohne Dolmetscher verstanden. Mit seiner Art Kunst zu schaffen und zu vermitteln hat er die Heilig-Rock-Tage bereichert. Er freut sich darauf, in Zukunft auch Besucher aus dem Bistum Trier in seiner Galerie in Santa Cruz zu begrüßen.

Weitere Informationen: Juan Bustillos, buhoblanco@cotas.com.bo

» Leserbrief an die Redaktion