Dechant Dr. Johannes-Georg Meyer (links) und Harry Sander, Vorsitzender des Heimatvereins, freuen sich über das Denkmal für die Schönstattschwestern Eleonore und Bonvita. Foto: Tobias Wilhelm

Ein Denkmal für „unsere Schwestern“

Vor über zwanzig Jahren endete der Dienst der Schönstattschwestern Eleonore und Bonvita in Kripp (Remagen). Doch in den Herzen der Menschen haben sie weiterhin ihren Platz. Die Erinnerung sichtbar machen und für die Zukunft bewahren: Das Ziel hat sich der Heimatverein gesetzt – und ein Denkmal aufgestellt.

Von Sabrina Notka

Remagen-Kripp. In Lebensgröße stehen die Ordensschwestern Eleonore und Bonvita vor der Kirche St. Johannes Nepomuk in Remagen-Kripp. Fast ein wenig so wie damals … Der Mendiger Bildhauer Dieter Heuft hat die beiden Figuren in monatelanger Arbeit aus Basalt geschaffen. Die grundlegende Idee stammt von Harry Sander, dem Vorsitzenden des Bürger- und Heimatvereins: „Das Wirken der Schönstattschwestern ist ein Stück Zeitgeschichte. Sie haben das Leben in Kripp jahrzehntelang geprägt“, erzählt er.

Besonders im Gedächtnis geblieben sind den Krippern Eleonore Fuchs und Bonvita Gerhold. Bis 1987 wirkten sie in dem kleinen Ort. „Diese beiden Ordensfrauen waren durch ihre lange Dienstzeit eng mit den Menschen verbunden“, erklärt Sander. Mehr als 50 Jahre gehörten sie untrennbar dazu. Es waren „unsere Schwestern“, sagt er.

Schwester Eleonore leitete bis 1975 den katholischen Kindergarten. Voller Güte, aber auch resolut: „Sie hat auch schon mal ein Kind auf den Schrank gesetzt, wenn es nicht brav war", erinnert sich Sander. Danach war sie noch als Küsterin in der Pfarrei tätig.

Schwester Bonvita engagierte sich in der Krankenpflege, zu einer Zeit, als es in Kripp noch keinen Arzt gab. Um mobil und damit nah bei den Patienten zu bleiben, machte sie um die 60 sogar noch den Führerschein. „Da wurde ein alter VW wieder flott gemacht. Das war schon legendär: So, macht Platz auf der Straße, die Schwester kommt.“

Die Kripper erinnern sich gerne und dankbar an die 1989 und 1996 verstorbenen Schwestern. Zwei Ordensfrauen ein Denkmal zu setzen ist dennoch eher ungewöhnlich.

„Es gibt viele Scheinheilige, die geehrt werden“

„Es gibt in der Welt so viele Scheinheilige, die geehrt werden“, sagt Sander augenzwinkernd: „Diese beiden Schwestern dagegen waren für uns wirkliche Vorbilder – sie haben ein Denkmal vor der Kirche verdient!“ 9000 Euro sammelte der Heimatverein, um das ehrgeizige Projekt zu finanzieren. Im Mai 2008 wurden die Figuren in Auftrag gegeben. Fotos dienten dem Künstler als Vorlage. Bei der Feinarbeit halfen dann mit kritischem Blick Zeitzeugen, die die Schwestern noch lebhaft im Gedächtnis hatten: „Da fehlt aber noch etwas: das offene Lächeln! Das war doch charakteristisch!“ An der Einweihung des Denkmals im Rahmen eines Festgottesdienstes nahm auch eine Delegation von 16 Schönstattschwestern um Provinzoberin Helrike Arend teil. Dechant Dr. Johannes-Georg Meyer betonte: „Eleonore und Bonvita waren zwei ganz normale Ordensschwestern, die im Kleinen Großes bewirkt haben. Ihre Ehrung ist eine Geste für alle, die ihr Leben in den Dienst am Nächsten stellen.“