Initiative: Die Wirfter haben „ihre“ Kapelle vor dem Abriss bewahrt. Foto: Alwin Ixfeld

Wirft kauft Kapelle

Eifelgemeinde rettet Gotteshaus vor dem Abriss: Renovierung ab Frühjahr 2007

Von Alwin Ixfeld

Die Kirche soll im Dorf bleiben. So haben die Einwohner von Wirft im Kreis Ahrweiler entschieden. Folgerichtig haben sie die kleine Kapelle am Ortsrand gekauft. Einen Euro hat die Gemeinde dafür an das Bistum Trier gezahlt.

Die rund 170 Einwohner des kleinen Eifelortes in der Nähe des Nürburgrings besitzen jetzt ein eigenes Gotteshaus: eine Kapelle mit Platz für rund 80 Gottesdienstbesucher. Erbaut wurde die Kapelle von Wirft 1962 aus Spendengeldern. „Die Leute haben damals buchstäblich jeden Pfennig zusammengekratzt“, sagt Ortsbürgermeister Peter Pürling „und dann ihre Kapelle an die Kirchengemeinde verschenkt.“ Entstanden ist vor 44 Jahren ein modern aussehendes Gotteshaus mit Schieferdach. Die Mauern und der Turm sind aus Beton. Und genau das ist das Problem. Wasser und Frost haben dem Beton zu schaffen gemacht. Die Außenhaut bröckelt ab. Der Turm sollte eigentlich schon vor sieben Jahren saniert werden. Aber dem Bistum fehlte das Geld. Dann kam ein Abriss des maroden Turmes ins Gespräch. In Bürgerversammlungen kamen die Wirfter überein, ihr kleines Gotteshaus selbst erhalten zu wollen. Im Gegenzug für die Bereitschaft der Wirfter, ihre Kapelle zu sanieren, stellt das Bistum insgesamt knapp 18 000 Euro für „aufgestaute und zukünftige Sanierungsmaßnahmen“ zur Verfügung. „Dafür danken wir dem Bistum ausdrücklich“, betont Pürling.

Im Frühjahr nächsten Jahres sollen in Eigenregie die Arbeiten beginnen. Nicht nur der Turm muss wieder hergestellt werden, auch das Schieferdach ist teilweise marode. Dann müssen die Dachrinnen erneuert werden, weil sie das Wasser an die darunter liegenden Betonstützen abgeben und die mittlerweile davon schwarz geworden sind. Innen fehlt eine Heizung.

Der Grund für die Wirfter Initiative? Ganz einfach: „Wir sind doch katholisch!“ sagt Pürling. Die 1000 Euro an Unterhaltskosten pro Jahr muss die kleine Gemeinde jetzt selbst aufbringen.