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Immer für Jugendliche da sein

Foto: Marc Jeck
Der aus Luxemburg stammende Salesianer Jean-Paul Muller ist seit 2011 Generalökonom der Don Bosco Werke in Rom.

Immer für Jugendliche da sein

Von: Marc Jeck | 11. Januar 2015
In diesem Jahr ist der 200. Geburtstag des Heiligen Don Bosco. Anlässlich des Jubiläums der Don Bosco-Familie plädiert der Salesianerbruder Jean-Paul Muller, die Jugendlichen stets im Blick zu behalten – auch bei uns.

Papst Johannes Paul II. bezeichnete ihn als "Vater und Lehrmeister der Jugend", Papst Pius XI., der den italienischen Sozialapostel 1934 zur Ehre der Altäre erhob, sagte von ihm, er sei "ein Riese an Heiligkeit": Giovanni Bosco (1815–1888). 2015 jährt sich der 200. Geburtstag des Mannes, den sie "Schatz Italiens" nennen und der sich zeitlebens für die Jugend einsetzte. Die Belange der Jugend stehen weiterhin im Fokus der von Don Bosco gegründeten Ordensgemeinschaft der Salesianer.

Die Herausforderungen der Salesianer Don Boscos kennt Bruder Jean-Paul Muller SDB, Generalökonom der Don Bosco Werke in Rom, genau. Seit 2011 ist der aus dem Großherzogtum Luxemburg stammende Muller Generalökonom des größten Bildungsanbieters der Welt. Die wichtigste Aufgabe für die über 558 000 Mitarbeiter des Ordens sieht der ehemalige Leiter der Missionsprokur der Salesianer Don Boscos in Bonn darin, adäquate Antworten auf die Fragen der Jugend geben zu können. "Ganz für die Jugend da sein und sich an den Bedürfnissen der Jugend orientieren" lautet die Maxime der weltweit agierenden Gemeinschaft der Salesianer Don Boscos. "Der Ordensgründer hatte erkannt, dass die Jugendlichen die Protagonisten von morgen sind", sagt Jean-Paul Muller.

Echte Söhne Don Boscos werden

Der 200. Geburtstag des Heiligen Don Bosco solle eine Rückbesinnung auf die Wurzeln werden. Das heißt für Muller: "Mehr bei der Jugend sein, um echte Söhne Don Boscos zu werden." Die Ordensleute seien oftmals zu Managern mutiert. "Aber wir sind keine internationale Holding, um die Probleme der Jugend wegzurationalisieren. Wir brauchen mehr Dolmetscher, um die Sorgen der Jugendlichen im Herzen der Erwachsenen zu verankern."

Don Bosco war ein solcher Begleiter der Jugend, der den jungen Menschen zurief: "Ich brauche dich." Heute fehle es oftmals an Menschen, die der Jugend sagen: "Du wirst gebraucht", so der Salesianerbruder, der für ein Mentalitätswandel in unserer Gesellschaft plädiert. "Wir müssen aufhören, die Jugendlichen programmieren und ständig die Antworten den Jugendlichen vorkauen zu wollen. Wir müssen lernen, die Welt mit den Augen der Jugend zu sehen." Eine personale Präsenz bei den Jugendlichen sei unabdingbar. Die virtuelle Welt reiche nicht aus, Jugendlichen Lebensorientierung und Ausbildung zu gewähren. "Die Welt wird schöner, wenn wir Gutes tun und wenn wir Jugendliche ausbilden", betont der Generalökonom, der die Qualität und Formation der Salesianer – im Sinne des am 16. August 1815 in Becchi bei Turin geborenen Don Boscos – als ein wichtiges Erfolgsrezept herausschält: "Für uns Salesianer gibt es keinen Feierabend."

Weltausstellung und Papstbesuch

Im Jubiläumsjahr geht es um das Erbe des 1934 heiliggesprochenen Don Bosco. Die Salesianer Don Boscos werden Partner bei der Weltausstellung vom 1. Mai bis 31. Oktober in Mailand sein. "Den Planeten ernähren, Energie für das Leben" – das Motto der "Expo" erkläre wunderbar den Geist Don Boscos, findet Jean-Paul Muller. "Wir müssen der Jugend (spirituelle) Nahrung geben und den Jugendlichen helfen, ihre Energie umzusetzen." Ende Juni wird Papst Franziskus die Don Bosco-Stadt Turin besuchen. Muller: "Dieser Besuch zeigt die Bedeutung Don Boscos innerhalb der katholischen Kirche." Er unterstreicht, dass Don Bosco für das soziale Gesicht der Kirche steht. Bereits im Januar wird zum Jubiläumsauftakt eine Briefmarke der Vatikanischen Post erscheinen.

Nicht nur im Jubiläumsjahr sind die Salesianer Don Boscos aktiv. Sie engagieren sich in vielen Ländern der Erde. Jüngst kamen Anfragen aus Malaysia und Georgien, um dort Jugendliche zu begleiten. Aber das Angebot reicht noch nicht aus. "Wir müssen uns intensiver darum bemühen, in den Städten präsent zu sein."

Der Generalökonom verweist auf kontinentale Unterschiede, da der Zugang zur Bildung weltweit ungleich ist. In Europa helfen die Don Bosco Bildungseinrichtungen mit, eine partizipativere Jugend heranzubilden. "Die Jugend braucht Plattformen, um ihre Anliegen artikulieren zu können", sagt Jean-Paul Muller. "Die Salesianer Don Boscos finden wir überall dort, wo es soziale Armut gibt."

In Hong Kong etwa haben die Salesianer ein 16-stöckiges Jugendzentrum errichtet. Oben auf dem Hochhaus befindet sich ein Fußballplatz. "Sport ist ganz wichtig, und der Sportplatz gehört neben der Küche, der Kapelle und einem Ort, wo gelernt wird, zu den typischen Erkennungsmerkmalen der Don Bosco-Einrichtungen weltweit." Don Bosco selbst hatte mit seinen Jugendlichen Fußball gespielt. "Die Jugendlichen sollen die Erzieher in verschiedenen Facetten kennenlernen. Ob beim Sport, in der Schule, beim Essen oder in der Kapelle: Überall entstehen Gespräche, um die Welt zusammen zu verbessern", sagt Muller, der Sorge hat, dass das Feuer in der Jugend erlöscht. Er verweist auf Don Bosco, der stets gesagt hatte, dass die Jugend wunderbar sei und man sich für die jungen Menschen öffnen müsste.

  • Don Bosco im Bistum Trier
    Auch im Bistum Trier wird anlässlich des Don-Bosco-Jubiläumsjahres gefeiert. Hier schon einmal eine kleine Auswahl:

    • Zeitgleich mit dem 200. Geburtstag Don Boscos feiert die Don Bosco-Familie auf dem Helenenberg Welschbillig das 90. Gründungsjubiläum des Jugendhilfezentrums.
    • In Jünkerath gibt es am Sonntag, 1. Februar, 10 Uhr, einen Jugend-Gottesdienst mit dem stellvertretenden Generalvikar aus Münster, Dr. Jochen Reidegeld; seine Initiative für Kindersoldaten und sexuell bedrängte Kinder ist weit bekannt. Weitere Informationen und Anmeldung: Don Bosco Jünkerath, Telefon (0 65 97) 92 93-0, E-Mail juenkerath@donbosco.de, Internet www.donboscojuenkerath.de
    • In Trier wird am Sonntag, 1. Februar, 11 Uhr, ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche Christkönig gefeiert, anschließend gibt es ein buntes Programm im Jugendwerk Don Bosco; um 18 Uhr Abschluss der Feier mit der Vesper in der Hauskapelle.

    Weitere Informationen und Anmeldung: Jugendwerk Don Bosco, Telefon (06 51) 8 27 13-0,
    E-Mail trier@donbosco.de, Internet www.donboscotrier.de



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