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Das ökumenischste Jubiläum

Foto: Holl
„Christus ist unsere verbindende Mitte“, sagte Bischof Ackermann in der Saarbrücker Ludwigskirche beim evangelischen Festakt.

Das ökumenischste Jubiläum

Von: Michael Merten und Dominik Holl | 12. November 2017
„Dankbar und bereichert“ schaue er auf das Jubiläumsjahr der Reformation zurück, hat Bischof Ackermann in Saarbrücken gesagt. Bedenken der katholischen Bischöfe hätten sich schnell aufgelöst.

Die katholischen deutschen Bischöfe hatten laut dem Trierer Bischof Stephan Ackermann vor Beginn der zehnjährigen Feiern zum Reformationsgedenken von 2008 bis 2017 Bedenken. „Da gab es doch ein gewisses Kribbeln und die Befürchtung, es könnten zehn schwere Jahre für uns werden“, sagte Ackermann am Vorabend des Reformationstags in Saarbrücken. Schnell sei den Bischöfen jedoch klar geworden, dass keine „Jubel- und Profilierungsfeier des Protestantismus mit antikatholischen Spitzen“ geplant werde, sagte Ackermann bei einem Festakt der Evangelischen Kirchen im Saarland zum Reformationsgedenken.

„Im Gegenteil: Je näher das Jubiläumsjahr rückte, umso deutlicher wurde, dass die Jubiläumsveranstaltungen eine ökumenische Dimension haben sollten“, betonte der Bischof. Da die evangelische Kirche die Dekade hin zum 500. Jahrestag der Reformation nicht als Lutherfest, sondern als Christusfest ausgerichtet habe, sei es „das bisher ökumenischste Jubiläum aller Zeiten“. „Christus ist unsere verbindende Mitte“, betonte der Bischof. „Er verbindet alle, die als Christen seinen Namen tragen. Ihn können wir gemeinsam feiern. Da spielt die Unterscheidung zwischen ,Jubiläumsfeier‘ und ,Gedenken‘ keine Rolle mehr.“

Ackermann: Jubiläumsjahr weitet Blick und Herz

Ackermann zeigte sich dankbar für die vielen Möglichkeiten zum Austausch und zur Begegnung zwischen den beiden Konfessionen. Das Jubiläum habe die Gelegenheit geboten, sich über die schon vorhandenen regelmäßigen Kontakte näherzukommen.

Außerdem habe er sich selbst stärker mit der Person Martin Luthers beschäftigt, fügte der Bischof hinzu. „Ich schaue dankbar und bereichert auf das Jubiläumsjahr zurück: Es hat meinen Blick und mein Herz geweitet. Auf der Basis dessen, was gewachsen ist, lässt sich weiterbauen, davon bin ich fest überzeugt.“

„Ich bin froh, dass wir ein Land sind, in dem Religion und diejenigen, die sich religiös engagieren, einen Platz haben und die Freiheit, die Religion auszuüben, jedem garantiert wird“, sagte Saarlands Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer beim Festakt. „Mein Kompliment dafür, dass es in diesem Jahr nicht nur um Luther und die Folgen der Reformation ging. Sie haben deutlich gemacht, was die Reformation für uns heute bedeutet und was uns heute verbindet. Ich hoffe, dass wir jedes religiöse Fest gemeinsam feiern können.“

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, sagte bei einem dem Festakt vorgelagerten Gottesdienst in der evangelischen Saarbrücker Ludwigskirche, den der Saarländische Rundfunk live im Fernsehen übertrug, er sehe den Mittelpunkt der Reformation im Ruf zur Umkehr.

Konfessionsverbindend beten und Gerechtes tun

„Es geht nicht um ein paar innerkirchliche Reformen mit kirchentrennenden Nebenwirkungen. Es geht vielmehr darum, dass Christenmenschen, angetrieben von Gottes Vision, von seinem Reich, konfessionsverbindend beten und das Gerechte tun.“ Jesus habe die Menschen zu Umkehr und Buße, zu Veränderung und Neuanfang aufgerufen und damit klargestellt: „Die Welt, wie sie ist, die bestehenden Verhältnisse, sind ein Auslaufmodell.“

Beim Festgottesdienst war neben dem Trierer Bischof auch Saarbrückens Dechant Benedikt Welter zu Gast. Aus der Politik waren zahlreiche Vertreter der Parteien, des Landtags, der Landesregierung sowie der Kommunalpolitik vertreten.



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