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Immer auch „Projektionsfläche“

Foto: Simone Bastreri
Bischof Ackermann mit Markus Groß-Morgen (rechts) vor einem der Exponate.

Immer auch „Projektionsfläche“

Von: Simone Bastreri | 1. April 2012
Trier: Bischof Ackermann hat am 23. März im Museum am Dom die Ausstellung „Das Gewand. 500 Jahre Wallfahrt zum Heiligen Rock nach Trier“ eröffnet.Bischof Ackermann hat am 23. März im Museum am Dom die Ausstellung „Das Gewand. 500 Jahre Wallfahrt zum Heiligen Rock nach Trier“ eröffnet.

Bis 19. August werden anlässlich der Heilig-Rock-Wallfahrt über 400 Exponate gezeigt, die sich mit verschiedenen Aspekten der Reliquie, ihrer Inszenierung und der Wallfahrten befassen.

Bei der Vernissage nannte Museumsleiter Markus Groß-Morgen die von Kaiser Maximilian geforderte erste Präsentation des Heiligen Rockes im Jahr 1512 als „spätmittelalterliche Initialzündung“, die zu der bis heute andauernden 500-jährigen Wallfahrtsgeschichte geführt habe. Ähnlich wie heute habe die Premiere von einer Medienrevolution profitiert: 1512 sei es der Buchdruck gewesen, der die Wallfahrt publik machte, heute verbreite das Bistum Informationen zur Wallfahrt unter anderem über das Internet und soziale Netzwerke.

Dank an Verantwortliche für gelungene Konzeption

Bischof Dr. Stephan Ackermann erklärte, der größte Unterschied aus heutiger Sicht im Vergleich zur Wallfahrt 1512 sei vermutlich das Verständnis der Reliquie. Die Frage nach der Echtheit stünde nicht mehr im Zentrum der Wallfahrt, vielmehr handele es sich um eine Christus-Wallfahrt, zu der auch im Sinne der Ökumene alle Christen herzlich eingeladen seien. „Entscheidend ist aber, dass sich die Pilger in eine Tradition einreihen, die ein halbes Jahrtausend alt ist. Es ist tröstlich zu wissen, dass sich auch in den vergangenen 500 Jahren Menschen mit ihren Nöten, Sorgen und Wünschen auf den Weg machten und nach Trier pilgerten.“ Der Trierer Oberhirte dankte den Veranstaltern, insbesondere Markus Groß-Morgen und seinen Mitarbeitern, für die gelungene Konzeption der Ausstellung.

Welchen Anlass gab es für die erste Zeigung 1512? Wie haben sich die Wallfahrten, aber auch die Tuchreliquie, im Lauf der Jahrhunderte verändert? Und was bleibt für die Nachwelt? Diese Leitfragen hätten sich die Verantwortlichen der Ausstellung gestellt, erläuterte Groß-Morgen. So seien die sechs farblich gekennzeichneten Bereiche zu den Themenfeldern Anlass, Überlieferung, Gegenstand, Wallfahrt, Inszenierung und Andenken entstanden. Die Rubrik „Anlass“ zeigt beispielsweise die Stadt Trier und den Dom zur Zeit des Reichstags vor einem halben Jahrtausend.

Reliquie spiegelte Ideen der jeweiligen Zeit wieder

Im Bereich „Gegenstand“ wird der Frage nachgespürt, wie die Reliquie beschaffen ist und bearbeitet wurde, während eine Computeranimation unter der Rubrik „Inszenierung“ simuliert, unter welchen Bedingungen der Heilige Rock zu früheren Zeiten zu sehen war. Zu jeder Wallfahrt seien die vorherrschenden Ideen und Vorstellungen der Zeit „wie auf eine Leinwand“ auf die Tunika projiziert worden, erläuterte der Kirchengeschichtler Prof. Dr. Bernhard Schneider von der Theologischen Fakultät Trier in einem Vortrag. Heute sei der Heilige Rock aber mehr zum Symbol geworden – insbesondere zu einem Zeichen der Einheit im Sinne des Leitworts „und führe zusammen, was getrennt ist“. 

weiterlesen: Einmalige Zusammenstellung

  • Weitere Informationen
    • Die Ausstellung kann von Montag bis Samstag zwischen 9 und 17 Uhr (während der Wallfahrt von 10 bis 18 Uhr) sowie an Sonn- und Feiertagen zwischen 13 bis 17 Uhr besichtigt werden.

    • Weitere Informationen gibt es beim Museum am Dom, Bischof-Stein-Platz 1, Telefon (06 51) 71 05-2 55, oder im Internet unter www.bistum-trier.de/museum.



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