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Arnold Fortuin: Ein Mensch voller Güte und Herzenswärme

Foto: privat
Arnold Fortuin: Sein Portrait ist auf der Hauswand des Wohnprojekts dargestellt.

Arnold Fortuin: Ein Mensch voller Güte und Herzenswärme

Von: Eva-Maria Fortuin | 25. November 2012
Das Wohnprojekt „Haus Arnold Fortuin“ rührt mich sehr an, denn ich empfinde es als Lebenshaus der Integration, als Modell einer Gegenkultur zum Lebensstil der leider manchmal herrschenden Unkultur der Diskriminierung und Stigmatisierung; eine Vision von Kirche, die einladend ist, da sie mitten in den Nöten der Menschen präsent ist und ausgegrenzten Menschen wieder einen Platz und vor allem Heimat schenkt, ein Brückenschlag der Versöhnung und des Segens.

Ich bin sehr bewegt und danke in großem Respekt meinem Onkel für seine außerordentliche Lebensleistung und vor allem für sein starkes Zeugnis des Glaubens.

Ich erinnere mich noch gerne zurück, als ich ihm als Kind begegnete. Jede Begegnung hat sich tief in mein Herz eingegraben, denn er strahlte Herzenswärme und Güte aus. Als er groß vor mir stand in seiner Soutane, beugte er sich tief zu mir auf Augenhöhe herunter, blickte mich mit einem liebevollen Gesichtsausdruck an, umfasste wärmend meine kleine Hand mit seiner großen Hand und sprach mit sanfter, väterlicher Stimme zu mir. Ich fühlte deutlich, dass ich ihm ganz wichtig war, und dass er vor allem ein großes, weites Herz für Kinder hat. Er war für mich eine Seele von Mensch.

Held des Alltags, der zum Lebensretter wurde

Gerade die Sinti und Roma durften erfahren, dass er nicht nur ein großer Kinderfreund war, sondern ein Freund des Lebens, ein stiller Held des Alltags, der zu ihrem Lebensretter wurde.
Er war kein Gefangener der Feigheit, schaute nicht weg, sondern wagte mutig den Aufstand für das Leben, indem er der Liebe zur Macht, die sich pervertierte in menschenvernichtender nationalsozialistischer Schreckensherrschaft, die Macht der Liebe entgegensetzte, die sogar das eigene Leben riskierte, um hunderte Sinti und Roma vor den Gaskammern der Konzentrationslagern zu retten und gab somit der Liebe hunderte Gesichter.

„Wir alle haben eine heilige Bekennerpflicht für Christus einzulösen, Bekennerpflicht und Bekennermut gegen den glaubenslosen, sittenlosen Terror in unserem Arbeitsraum und auf der Straße.“ So sagte er einmal in einer Katechese in der Zeit des Nationalsozialismus.

Tiefe Christustreue und Tapferkeit

Ich danke Gott für meinen Onkel. Seine menschliche Größe liegt in seiner tiefen Christustreue und Tapferkeit, die er nicht nur als Lippenbekenntnis formulierte, sondern mit seinem ganzen Menschsein und ohne Menschenfurcht in aufrichtiger Hingabe für menschliche Würde und Gerechtigkeit einlöste. Er, der mittlerweile der „Oscar Schindler der Sinti und Roma“ genannt wird, spürte die Weisheit und Gnade im Herzen zu wissen, wann die Zeit reif ist, sich nicht zu ergeben, sondern Widerstand zu leisten. Ich glaube, dass Gott selbst durch ihn als Werkzeug auf geheimnisvolle, wunderbare Weise verborgen im Dunkel der Prüfungen gewirkt und Erlösung geschenkt hat.

Sein Vermächtnis leuchtet in meinem Herzen und nährt meinen Glauben. Ich bin wirklich sehr stolz darauf, seine Nichte zu sein und seinen Namen zu tragen.

  • Autorin
    Eva-Maria Fortuin ist Gemeindereferentin in Heidenburg im Dekanat Bernkastel.



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