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Trier gratuliert Kardinal Ticona

Foto: privat
Im Kreis der Bischöfe: Ludwig Kuhn (Zweiter von rechts) überbrachte Toribio Ticona (Dritter von links) die Glückwünsche des Bistums.

Trier gratuliert Kardinal Ticona

Von: Ludwig Kuhn | 8. Juli 2018
Toribio Ticona aus Bolivien ist einer der 14 neuen Kardinäle in der katholischen Kirche.

Vor dem Petersplatz bildeten sich lange Schlangen mit Menschen aus den Herkunftsdiözesen und -ländern der 14 neuen Kardinäle, die von Papst Franziskus das Kardinalsbirett und den Ring als Zeichen ihrer neuen Würde und Rolle erhielten. Es war – wieder – ein ausdrücklich weltkirchliches Konsistorium: Die Besucher zeigten die Fahne Madagaskars, die Pilgergruppe aus Pakistan hatte Sonnenschirme mit dem Namen ihres Erzbischofs. Und zu den 14 neuen Kardinälen zählte auch Toribio Ticona, emeritierter Bischof der Prälatur Corocoro, gelegen auf dem bolivianischen Altiplano.

Als am Pfingstsonntag die Nachricht kam, dass aus Bolivien der inzwischen 81 Jahre alte Toribio Ticona von Papst Franziskus die Kardinalswürde erhalten werde, gab es zunächst ungläubige Rückfragen und große Überraschung. Mit ihm hatte keiner gerechnet – und er selbst ebenso wenig. Mit der Nachricht verband sich dann die Freude über die große Wertschätzung, die der Papst diesem einfachen, bescheidenen und authentischen Seelsorger und Bischof gegenüber zum Ausdruck brachte und mit ihm der ganzen bolivianischen Kirche.

Die Peterskirche war am 29. Juni bis auf den letzten Platz gefüllt. Zum Glück war noch ein Platz in der Nähe des Mittelgangs frei. Und während wir in der Menge auf den Beginn der Feier warteten, sprach Bischof Toribio – bezeichnend – auf seinem Weg durch den Mittelgang in die Sakristei am Eingang des Petersdoms, an der Balustrade die Menschen an, grüßte freudig einen nach dem anderen – bescheiden und den Menschen zugewandt.

Bischof Ticona wurde zur Kardinalserhebung von Bischof Ricardo Centellas, dem Vorsitzenden der Bolivianischen Bischofskonferenz, sowie von Erzbischof Oscar Aparicio als Stellvertreter, von Erzbischof Edmundo Abastoflor, sowie von Bischof Percy Galvan, seinem Nachfolger in Corocoro, begleitet. Bischof Centellas betonte, die Kardinalsernennung sei ein ungemein bedeutsames Ereignis für die bolivianische Kirche. Es sei eine große Freude für die Kirche Boliviens, einen Kardinal zu haben.

Bei der anschließenden Begegnung in der Audienzhalle Paul VI. freute sich Kardinal Toribio sichtlich über die Grüße, die ich ihm aus der Trierer Partnerkirche überbrachte, den Glückwunsch von Bischof Stephan Ackermann und ein Heft mit Glückwünschen von Menschen, die ihm in den vergangenen Jahrzehnten begegnet waren. „Ich grüße alle Freunde in der Trierer Partnerkirche!“, bat er mich, allen zu antworten.

Seit seiner Studienzeit in Belgien hatte Bischof Toribio Trier häufig besucht und viele Besucher als Pfarrer in der Bergbauregion Uncía, als Weihbischof in Potosí und Bischof in Corocoro aufgenommen. Als 1988 die Bischofskonferenz die Partnerschaftskommission gründete, gehörte er zu den ersten Mitgliedern und hat an der Weiterentwicklung der Partnerschaft mitgewirkt.
Auf der Tiberinsel fand am nächsten Abend ein Empfang der in Rom lebenden bolivianischen Priester und Freunde von Toribio Ticona statt. Nach seiner Rückkehr ist für den 8. Juli ein großes Fest in Patacamaya geplant. Die Gläubigen der Prälatur Corocoro werden „ihren“ Kardinal gebührend feiern.

In meinen Gesprächen mit den bolivianischen Partnern wurde nicht zuletzt auf die besonderen Chancen hingewiesen, die mit der Ernennung von Bischof Toribio als Kardinal in Bolivien verbunden sein können: Ticona stehe für das Zeugnis des sozialen Handelns der Kirche in Bolivien. Mit seiner Ernennung werde die Wertschätzung der indigenen Völker und Kulturen herausgestellt und das Selbstbewusstsein der indigenen Bevölkerung Boliviens gestärkt. Und mit Kardinal Toribio Ticona könnten neue Chancen für die Entwicklung eines Dialogs mit der bolivianischen Regierung und der Regierungspartei MAS entstehen.

Kardinal Ticona will sein Alter und seine krankheitsbedingten Beschwerden nicht verleugnen. Bei allen Zeichen des Alters steht er aber für eine zukunftsgewandte Kirche, diakonisch, den Menschen zugewandt, gesellschaftlich und weltkirchlich offen.

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    … Ludwig Kuhn ist Leiter der Diözesanstelle Weltkirche im Bistum Trier.



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