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Verkündigung mit Ton und Farbe

Foto: Bistum
Bischof Stephan Ackermann setzt im Trierer Dom Franz Josef Gebert die Mitra auf.

Verkündigung mit Ton und Farbe

Von: Judith Rupp | 10. September 2017
Bischof Stephan Ackermann hat Franz Josef Gebert am 3. September im Trierer Dom zum Bischof geweiht. Mitkonsekratoren waren Luxemburgs Erzbischof Jean-Claude Hollerich und Weihbischof Jörg Michael Peters.

Bischof Ackermann betrachtete in der Predigt die Aufgabe des Amtes in der Kirche. Er erinnerte an die Aussage der Diözesansynode, dass „die Kirche dann lebendig ist, wenn sie die Charismen schätzt und fördert und zur Geltung bringt“. Zudem betone sie das synodale Element: „Kirche sind wir alle, und wir sind es nur zusammen.“ Daraus zu schließen, dass sich die Vielfalt der Charismen nur ungehindert entfalten könne, wenn sich das Amt in der Kirche zurücknehme oder gar verschwinde, sei jedoch nicht die Vision, die die Synode vorlege.

Kern des kirchlichen Amtes sei die Verkündigung des Evangeliums, betonte der Bischof. Amtsträger, allen voran die Bischöfe, hätten dafür Sorge zu tragen, „dass diese Botschaft nicht verstummt, nicht vergessen wird, nicht untergeht und nicht nur im geschlossenen Zirkel der Getauften bleibt“. Zwar sollten alle Getauften das Wort Gottes bezeugen, erläuterte Ackermann. Den Bischöfen als Verkündiger komme aber die besondere Aufgabe zu, „uns davor zu bewahren, dass wir uns von der Botschaft Gottes nur das herausgreifen, was uns naheliegend und einleuchtend erscheint“.

Mit allem Schönen und allen Risiken

Die Lesung aus dem Buch Jeremia zeige, wie das Amt den Propheten mit seiner ganzen Existenz in Beschlag nehme, sagte der Bischof. Er könne sich nicht dahinter zurückziehen, sei nicht nur „Briefträger Gottes“, sondern ganz und gar involviert, „betört, gepackt, überwältigt“. „Niemand kann Verkünder von Gottes Botschaft sein, wenn er nicht bereit ist, sich auf sie einzulassen mit allem Schönen und allen Risiken, die das birgt.“

Die Botschaft braucht den Zeugen

So könne auch ein Bischof sich nicht darauf beschränken, allgemein richtige Verlautbarungen von sich zu geben. „Die Menschen wollen sein Herz sehen, wollen sehen, wo er persönlich steht, wofür er steht.“ Durch die Person bekomme die Verkündigung des Evangeliums Farbe und Ton. „Die Botschaft braucht den Zeugen.“ Gleichzeitig warnte der Bischof, der Amtsträger dürfe sich nicht  zum Maß aller Dinge machen.

Nach der Predigt stimmten die rund 900 Gläubigen im Dom in die Anrufung des Heiligen Geistes mit ein. Danach gab Gebert, der von Domvikar Martin Lörsch und Kaplan Thomas Hufschmidt begleitet wurde, Bischof Ackermann sein Weiheversprechen. Nach der Allerheiligenlitanei legten Bischof Ackermann, die Mitkonsekratoren und alle anwesenden Bischöfe Gebert die Hände auf.

Weihegebet, die Salbung des Hauptes, die Überreichung des Evangeliars sowie des Rings, der Mitra und des Hirtenstabs und der Aufnahmegruß der anwesenden Bischöfe vollendeten die Weihe.

Der neue Weihbischof dankte am Ende des Gottesdienstes, an dem auch Vertreter aus Politik und Gesellschaft teilnahmen, für die große Zustimmung und Begleitung, vor allem im Gebet, die er seit der Bekanntgabe seiner Ernennung erfahren habe. „Das gibt mir Mut und Zuversicht, das neue Amt und die damit verbundenen Aufgaben mit einer gewissen Gelassenheit anzugehen.“

„Solidarität der Nachfolge“ auch in der Synode erlebt

Eine „Solidarität der Nachfolge“ habe er auch in der Synode erlebt, „im gemeinsamen Ringen um die rechten Wege unserer Kirche auf ihrem Weg durch die Zeit“. Aus dieser Erfahrung habe er seinen Wahlspruch „Unum Spiritum Potati – Alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt“ ausgesucht. Die Geist-geschenkten Charismen ernst zu nehmen, sei eine zentrale Perspektive der Kirchenentwicklung, für Bischof und Amt und für alle Christinnen und Christen. Letztlich seien jedoch alle Perspektivwechsel in die eine große Perspektive gestellt: Zeugen der Auferstehung zu sein.

Georg Bätzing, Helmut Dieser und Felix Genn da

Zu den anwesenden Bischöfen gehörten neben den aus dem Bistum Trier stammenden Bischöfen Georg Bätzing (Limburg), Helmut Dieser (Aachen) und Felix Genn (Münster), Franz-Josef Bode (Osnabrück), Josef Clemens (Rom), Fernand Franck (Luxemburg), Jean-Christophe Lagleize (Metz), Marc Stenger (Troyes), die Trierer Weihbischöfe Robert Brahm, Alfred Kleinermeilert und Leo Schwarz sowie die Weihbischöfe Karl Bosch und Johannes Bündgens (Aachen), Karlheinz Dietz (Fulda), Otto Georgens (Speyer), Thomas Löhr (Limburg) und Ludger Schepers (Essen). Weihbischof Gebert ist für den Visitationsbezirk Trier zuständig. Er bleibt Vorsitzender des Diözesan-Caritasverbandes und wird Bischofsvikar für die Caritas.



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